TLDR: Kirchgemeinden stehen bei KI vor einer Wahl, die selten bewusst getroffen wird: der grosse US-Anbieter ChatGPT oder eine der beiden Schweizer Alternativen, Euria von Infomaniak und Lumo von Proton. Dazu kommt die Frage, ob sich die Nonprofit-Lizenz von OpenAI lohnt. Beide Fragen lassen sich pragmatisch beantworten, und keine der beiden ersetzt die Datenschutz-Faustregel.
“Sollen wir ChatGPT nehmen, oder gibt es etwas aus der Schweiz?”
Diese Frage kommt in fast jedem Pfarrei-Workshop.
Die kurze Antwort: Es gibt zwei ausgereifte Schweizer Alternativen. Euria von Infomaniak, Daten bleiben in Genf und Zürich, kostenlos ohne Konto. Lumo von Proton, Fokus auf Verschlüsselung, ebenfalls mit kostenloser Basisversion.
Für Standardaufgaben im Sekretariat reicht beides völlig.
Was Werkzeugwahl aber nicht ersetzt: die Datenschutz-Faustregel. Ein Schweizer Rechenzentrum macht aus einer Seelsorgenotiz keine erlaubte Eingabe. Das ist eine andere Frage, und sie stellt sich bei jedem der drei Werkzeuge gleich.
Und wer bei ChatGPT bleiben will: Für Kirchgemeinden gibt es über OpenAI for Nonprofits reduzierte Preise, die Prüfung läuft über einen externen Partnerdienst.
Zwei Wege zum gleichen Ziel
Ein Pfarreisekretariat, das einen Einladungstext formulieren will, braucht kein Grundsatzreferat über KI-Souveränität. Trotzdem lohnt sich die kurze Überlegung, welches Werkzeug zum eigenen Anspruch passt, bevor man sich auf eines festlegt.
ChatGPT: die Referenz
ChatGPT bleibt die breiteste, am weitesten entwickelte Option. Grosse Funktionsvielfalt, viel Übung im Umgang mit Anfragen aus dem Alltag, gute Bild- und Diktierfunktion. Die Kehrseite: Eingaben laufen über US-Infrastruktur von OpenAI. Für die reine Textformulierung mit Platzhaltern, ohne Personendaten, ist das in der Praxis unproblematisch. Für Organisationen, denen die Datenresidenz selbst wichtig ist, unabhängig vom Inhalt, ist es ein Argument gegen die Standardwahl.
Euria und Lumo: die Schweizer Antwort
Euria, entwickelt vom Genfer Anbieter Infomaniak, verarbeitet und speichert Daten ausschliesslich in Schweizer Rechenzentren in Genf und Zürich. Eingaben werden nicht für das Training der Modelle verwendet, und ein “flüchtiger Modus” speichert bei Bedarf gar nichts. Der Dienst ist damit DSG- und DSGVO-konform und richtet sich ausdrücklich an Bereiche mit erhöhten Vertraulichkeitsanforderungen wie Gesundheit, Bildung und öffentliche Verwaltung, eine Kategorie, in die ein Pfarreisekretariat inhaltlich gut passt. Die Basisversion ist kostenlos und ohne Konto nutzbar, eine erweiterte Variante kostet über My kSuite CHF 19 pro Jahr, für Organisationen steht kSuite Pro für CHF 22.90 pro Nutzerin und Jahr bereit.
Lumo von Proton, ebenfalls ein Schweizer Unternehmen mit Sitz in Genf, setzt den Schwerpunkt auf Verschlüsselung: Ein sogenannter Ghost Mode speichert Chatverläufe gar nicht, und Proton wirbt damit, keine Nutzerdaten für das Modelltraining zu verwenden. Die kostenlose Basisversion ist nutzbar, allerdings mit unklar kommunizierten Limits bei Nachrichtenzahl und Chatverlauf. Die Plus-Version kostet je nach Zahlungsweise umgerechnet rund CHF 10 bis 13 pro Monat oder ist Teil des grösseren Proton-Unlimited-Pakets.
Beide Alternativen sind jünger und funktional schmaler als ChatGPT. Für Standardaufgaben im Sekretariat, Einladungen formulieren, Protokolle glätten, reicht das in der Regel vollständig aus.
Die Entscheidungsregel
Wer ohnehin nach der Datenschutz-Faustregel arbeitet, also nie Namen oder konkrete Personendaten eingibt, kann bei ChatGPT bleiben, wenn Funktionsumfang und Gewohnheit dafür sprechen. Wer aus Grundsatz, aus einer Vorgabe von Bistum oder Landeskirche, oder schlicht aus dem Bedürfnis heraus, dass Daten in der Schweiz bleiben sollen, eine Alternative sucht, findet in Euria oder Lumo eine ausgereifte Option, ohne Qualitätseinbusse im Alltag.
Wichtig bleibt: Ein Schweizer Rechenzentrum macht aus einer Seelsorgenotiz keine erlaubte Eingabe. Die Werkzeugwahl beantwortet die Frage nach dem Ort der Verarbeitung, nicht die Frage, ob ein Inhalt überhaupt eingegeben werden darf.
Die Nonprofit-Lizenz: was sich für Kirchgemeinden lohnt
OpenAI bietet über das Programm “OpenAI for Nonprofits” reduzierte Preise für gemeinnützige Organisationen. ChatGPT Business Standard-Sitze kosten dort 8 US-Dollar pro Nutzerin und Monat bei jährlicher Abrechnung, beziehungsweise 10 US-Dollar bei monatlicher Abrechnung, während Premium-Sitze vom Rabatt ausgenommen bleiben. Grössere Organisationen können zusätzlich einen Rabatt von bis zu 75 Prozent auf ChatGPT Enterprise erhalten. Die Berechtigung wird über den Partnerdienst Goodstack geprüft. Kirchgemeinden und Pfarreien gelten je nach Rechtsform als gemeinnützig, die konkrete Prüfung erfolgt erst bei der Anmeldung. OpenAIOpenAI Help Center
Für Euria und Lumo gibt es aktuell keine vergleichbare, öffentlich kommunizierte Nonprofit-Lizenz. Angesichts der ohnehin tiefen Einstiegspreise, insbesondere der kostenlosen Basisversion von Euria, stellt sich die Frage in der Praxis seltener.
Datenschutz pragmatisch, unabhängig vom Werkzeug
Die Faustregel bleibt in jedem der drei Werkzeuge gleich: Geht es um eine konkrete Person mit Namen, nicht eingeben. Geht es um ein allgemeines Muster ohne Namen und Details, kein Problem. Diese Regel gilt unabhängig davon, ob die Daten in Kalifornien oder in Genf verarbeitet werden. Werkzeugwahl und Datenschutz-Faustregel beantworten zwei unterschiedliche Fragen, und beide sind für jede Eingabe einzeln zu stellen.
Preise und Konditionen ändern sich bei allen drei Anbietern erfahrungsgemäss rasch. Die genannten Zahlen entsprechen dem Stand September 2026 und sollten vor einer Entscheidung auf der jeweiligen Anbieterseite geprüft werden.
Die wichtigsten Punkte
- ChatGPT bietet den grössten Funktionsumfang, verarbeitet Daten aber über US-Infrastruktur
- Euria (Infomaniak) verarbeitet und speichert ausschliesslich in Schweizer Rechenzentren, kostenlos ohne Konto nutzbar
- Lumo (Proton) setzt auf Verschlüsselung und einen speicherfreien Ghost Mode, Basisversion kostenlos mit unklaren Limits
- OpenAI for Nonprofits bietet Kirchgemeinden reduzierte ChatGPT-Preise, Berechtigung wird über Goodstack geprüft
- Die Datenschutz-Faustregel gilt unabhängig vom gewählten Werkzeug, ein Schweizer Rechenzentrum hebt sie nicht auf
- Preise und Konditionen aller drei Anbieter vor einer Entscheidung aktuell prüfen
Disclaimer: dieser Artikel wurde nach meinem eigenen Wissen und dann mit Recherchen mit KI (Perplexity.Ai und Gemini.Google.com) manuell zusammengestellt und mit Deepl.com/write vereinfacht. Der Text wird dann nochmals von zwei Personen meiner Wahl gelesen und kritisch hinterfragt. Das Bild stammt aus KI-generierter Bildgebung (Ideogram/Adobe Firefly). Preise und Lizenzbedingungen ändern sich erfahrungsgemäss rasch, alle Angaben entsprechen dem Stand September 2026 und sind vor einer Entscheidung auf der jeweiligen Anbieterseite zu prüfen. Dieser Artikel ist rein edukativ und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Bitte melde dich, wenn Du Ungenauigkeiten feststellst, danke.
Fragen zu KI und digitalen Geschäftsmodellen? #fragRoger
Willst du mehr wissen? Sehr gerne komme ich auch bei deiner Kirchgemeinde, deinem Bistum oder deiner Landeskirche vorbei und helfe mit einem Workshop oder Input-Referat.
Lass uns gerne mal unverbindlich sprechen. Wenn ich helfen kann, wende dich gerne an mich #fragRoger.
Und darum bin ich nach wie vor überzeugt: Die Zukunft gehört nicht mehr dem Tippen und Klicken, sondern dem gemAInsamen Arbeiten mit intelligenten Systemen, welches Werkzeug man am Ende auch wählt. Also wenn Du reden willst, und wenn Du mit mir zusammenarbeiten willst: melde Dich gern
Quellen
OpenAI. (2026). Introducing OpenAI for Nonprofits. https://openai.com/index/introducing-openai-for-nonprofits/
OpenAI Help Center. (2026). OpenAI for Nonprofits. https://help.openai.com/en/articles/9359041-openai-for-nonprofits
IT Magazine. (2025, Dezember 9). Infomaniak bringt auf Vertraulichkeit ausgelegte KI Euria. https://www.itmagazine.ch/artikel/86168/Infomaniak_bringt_auf_Vertraulichkeit_ausgelegte_KI_Euria.html
Internet für Architekten. (2025, Dezember 17). Schweizer KI-Chatbot Euria für Datenschutz und Nachhaltigkeit. https://internet-fuer-architekten.de/euria-schweizer-ki-chatbot-datenschutz-nachhaltigkeit/
heise online. (2025, Juli 24). Proton veröffentlicht datenschutzfreundlichen KI-Chatbot Lumo. https://www.heise.de/news/Proton-veroeffentlicht-datenschutzfreundlichen-KI-Chatbot-Lumo-10498983.html
KI ohne Angst. (2026). Proton Lumo im Test: KI mit Datenschutz. https://ki-ohne-angst.de/proton-lumo-test/