TLDR: LinkedIn hat offiziell Klartext gesprochen. Gyanda Sachdeva, VP Product Management, räumt mit den grössten Mythen auf: Hashtags beeinflussen die Reichweite nicht, KI-generierte Inhalte performen schlechter, und wer mindestens zweimal pro Woche postet, erhält im Schnitt fünfmal mehr Profilbesuche. Die zentrale Erkenntnis ist eindeutig: Menschen wollen von Menschen hören. Authentische Erfahrungen schlagen jede optimierte Algorithmus-Taktik.
Die wichtigsten Erkenntnisse zuerst
LinkedIn belohnt Konsistenz: Zwei bis fünf Posts pro Woche sind optimal. Hashtags beeinflussen die Reichweite nicht – spar dir die Mühe. KI sollte unterstützen, nicht ersetzen. Video-Content mit Text-Hook und Untertiteln performt stark. Kommentare zählen als vollwertiger Beitrag zur Community. Und das Wichtigste: Authentische menschliche Erfahrungen schlagen optimierte Algorithmus-Tricks.
Die Zukunft auf LinkedIn gehört nicht den lautesten Stimmen oder den cleversten Taktiken. Sie gehört denen, die echten Mehrwert bieten – mit Geschichten, die nur sie erzählen können.
Wenn LinkedIn selbst spricht, solltest du zuhören
Ende Dezember 2025 veröffentlichte Gyanda Sachdeva, Vice President of Product Management bei LinkedIn, einen ausführlichen Beitrag mit Antworten auf die meistgestellten Fragen zum LinkedIn-Feed und Algorithmus. Die Plattform liefert dabei nicht nur Meinungen, sondern harte Zahlen: Content-Sharing ist um 15 Prozent gestiegen, Kommentare sogar um 24 Prozent. LinkedIn ist lebendiger denn je.
Gleichzeitig herrscht Unsicherheit. Creator:Innen, Unternehmer:Innen und Fachpersonen fragen sich, wie sie in dieser Dynamik sichtbar bleiben, ohne in sinnlose Spielchen abzurutschen. Genau hier setzt der Beitrag an. Er entzaubert Mythen und lenkt den Fokus zurück auf das Wesentliche.
Die Botschaft ist unbequem, aber befreiend: Es gibt keine geheime Formel. Keine magische Uhrzeit. Keine Hashtag-Kombination, die Reichweite garantiert. Sichtbarkeit entsteht durch Relevanz, nicht durch Tricks.
Der Mythos von Zeit und Zeitpunkt
„Poste täglich um 8:47 Uhr, nutze exakt drei Hashtags und der Algorithmus liebt dich.“ Solche Empfehlungen halten sich hartnäckig. LinkedIn widerspricht klar.
Die offizielle Empfehlung lautet zwei bis fünf Beiträge pro Woche. Nutzer:Innen, die mindestens zweimal wöchentlich posten, verzeichnen durchschnittlich fünfmal mehr Profilaufrufe. Mehrfaches Posten pro Tag schadet nicht der Gesamtreichweite, führt aber zu interner Konkurrenz. LinkedIn verteilt Sichtbarkeit bewusst auf unterschiedliche Stimmen. Wenn du mehrere Beiträge kurz hintereinander veröffentlichst, zeigt die Plattform deinen Follower:Innen meist nur den relevantesten.
Die Konsequenz ist klar: Qualität schlägt Quantität. Gib jedem Beitrag Raum. Besonders dann, wenn sich Themen überschneiden. Sichtbarkeit ist kein Sprint, sondern ein System.
Hashtags: Der grösste LinkedIn-Mythos
Hier wird es deutlich. Hashtags haben keinen Einfluss auf die Distribution im Feed. Null. Nada. Das bestätigt LinkedIn offiziell.
Hashtags können weiterhin für die interne Suche oder dein eigenes Content-Tracking sinnvoll sein. Wer sie jedoch als Reichweitenhebel einsetzt, verschwendet Zeit. Die Idee, dass drei strategisch platzierte Hashtags den Algorithmus triggern, gehört endgültig ins Reich der Legenden.
Wenn du etwas optimieren willst, dann nicht Metadaten, sondern Substanz.
Was der Algorithmus tatsächlich bewertet
LinkedIn nennt klar, welche Faktoren in die Distribution einfliessen: Nützlichkeit und Einzigartigkeit des Inhalts, Aktualität des Themas, Relevanz für die Zielgruppe, Posting-Frequenz, Mediennutzung, Kontext in Video-Captions sowie die Frage, ob Sprache werblich oder generisch wirkt.
Wichtig ist auch, was nicht berücksichtigt wird. Geschlecht, Alter oder andere demografische Merkmale der postenden Person spielen keine Rolle. LinkedIn reagiert damit auf Diskussionen rund um algorithmische Fairness und Transparenz.
Das ist eine klare Ansage an alle Botschafter:Innen und Architekt:Innen von Personal Brands: Deine Inhalte werden nicht bewertet, weil du laut bist, sondern weil du relevant bist.
KI als Werkzeug, nicht als Krücke
Sachdeva bringt es nüchtern auf den Punkt: „Professionals want to hear from real professionals about real experiences.“
KI kann unterstützen. Beim Brainstorming. Beim Strukturieren. Beim Schärfen von Gedanken. Aber sie ersetzt keine Haltung. Keine Erfahrung. Keine persönliche Perspektive.
Ein perfekt strukturierter KI-Text performt schlechter als eine echte Geschichte mit Ecken, Kanten und einer klaren Stimme. LinkedIn erkennt zunehmend generischen KI-Content. Das Publikum erst recht. Menschen suchen Einordnung, nicht Zusammenfassungen. Haltung, nicht Hochglanz.
Video: Die unterschätzte Hebelwirkung
LinkedIn investiert massiv in Video. Drei Faktoren sind entscheidend für konstant gute Performance.
Erstens: Ein klarer Text-Hook in den ersten Sekunden, der sofort Orientierung gibt. Zweitens: Eingebrannte Untertitel, da viele Nutzer:Innen ohne Ton scrollen. Drittens: Visuelle Dynamik durch Grafiken oder B-Roll statt reiner Talking-Head-Videos.
Videos müssen nicht perfekt produziert sein. Authentizität schlägt Hochglanz. Aber handwerkliche Basics sind nicht verhandelbar.
Die Macht der Kommentare
Sichtbarkeit entsteht nicht nur durch eigene Posts. Durchdachte Kommentare, kluge Fragen und das Einbinden relevanter Personen sind vollwertige Strategien für Community-Aufbau.
LinkedIn kündigt an, die Kommentar-Erfahrung 2026 weiter auszubauen. Gleichzeitig zieht die Plattform eine klare Grenze: Automatisierte Kommentare durch Bots oder Drittanbieter-Tools verstossen gegen die Community-Richtlinien und werden aktiv bekämpft.
Community-Building ist Handarbeit. Alles andere ist Abkürzung mit Risiko.
Warum Reichweite schwankt
Sinkende Reichweite ist kein Zeichen von Bestrafung. Es ist einfache Mathematik. Mehr Menschen posten. Mehr Inhalte konkurrieren um Aufmerksamkeit.
Die Distribution hängt von vielen Faktoren ab: Thema, Format, Timing, Kontext und dem aktuellen Interesse deiner Zielgruppe. LinkedIn empfiehlt ausdrücklich, nicht einzelne Posts zu überbewerten, sondern das Gesamtengagement über Zeit zu betrachten.
Wer Inhalte bestimmter Personen garantiert sehen möchte, sollte die Glocke im Profil aktivieren. Folgen allein reicht nicht.
Was das für deine Content-Strategie bedeutet
LinkedIn macht die Spielregeln transparent. Erfolgreiche Inhalte fallen konstant in drei Kategorien: Branchennews mit persönlicher Einordnung, informative Beiträge zu Wirtschaft und Karriere sowie persönliche Geschichten mit konkreten Learnings.
Ein starker Einstieg, eine klare Perspektive und eine einfache Erzählstruktur machen den Unterschied. Keine Hashtag-Wissenschaft. Kein Timing-Aberglaube. Sondern Inhalte, die Gespräche auslösen.
Quellen und weitere Informationen
Sachdeva, G. (2025, 18. Dezember). Top LinkedIn Feed Questions of 2025 [LinkedIn-Beitrag]. LinkedIn. https://www.linkedin.com/pulse/top-linkedin-feed-questions-2025-gyanda-sachdeva-anl2e
Social Media Today. (2025). LinkedIn shares tips on how to boost your in-app performance in 2026. https://www.socialmediatoday.com/news/linkedin-shares-tips-on-how-to-boost-your-in-app-performance-in-2026/808448/
Metricool. (2025). LinkedIn Algorithm 2025: How it works. https://metricool.com/linkedin-algorithm/
Buffer. (2025). LinkedIn Marketing Guide. https://buffer.com/resources/linkedin-marketing/