10 Digitale Geschäftsmodelle – Erklärung und Beispiele

1. Platform Business

Beim Platform Business stellen Unternehmen, den Kunden, eine Plattform zur Verfügung.

Mit dieser Plattform sollen Angebot und Nachfrage so zusammengebracht werden, dass beide Seiten interagieren können.

Besonders erfolgreich sind Plattformen in Märkten, die für den Nutzer intransparent erscheinen z.B. Reisen- oder Immobilienvermittler.

 

Beispiel

Unternehmen die das Platform Business Model nutzen sind ImmobilienScout24 oder Expedia.

Diese vereinen die Angebote verschiedener Anbieter und machen dem Nutzer damit die Suche und den Vergleich leichter.

 

Der Vorteil für die Kunden

Aufgrund der hohen Reichweite und Bekanntheit der Plattformen ist es für Immobilien- oder Hotelanbieter durchaus attraktiv, hier gegen eine Gebühr zu erscheinen.

 

2. Subscription (Abo Modell)

Beim Subscription Model werden vom Kunden gewisse Leistungen abonniert. Für ein Unternehmen mit diesem digitalen Geschäftsmodell sind Erlöse vergleichsweise stabil und vor allem gut planbar. Für Kunden bedeutet es, dass ein Service für einen monatlichen Betrag permanent für Sie verfügbar ist.

 

Der Vorteil für den Kunden:

  • Der Fokus kann anderweitig genutzt werden, denn der Service bzw. Dienstleistung kann jederzeit genutzt werden

 

Der Vorteil für das Unternehmen:

  • Budgetsicherheit und bessere Planung und Messbarkeit der Geschäftsentwicklung

 

Unternehmen die bereits das Abo-Modell erfolgreich anwenden sind: Amazon (Primemitgliedschaft) oder der ADAC.

 

Ein weiteres Beispiel ist das Unternehmen Dollar-Shave-Club:

Der Kunde kann hier über ein Rasierklingen-Abo abschließen. So sendet ihm das Unternehmen monatlich Rasierklingen und entsprechendes Zubehör zu, die Konto-Abbuchung erfolgt automatisch.

 

3. Long Tail Model

Online kann sich das Angebot von Produkten lohnen, die in einem normalen lokalen Ladengschäft viel zu selten verkauft würden. Wer ein Geschäftskonzept in einem Digitalen Business-Model wie Long Tail ansiedelt, setzt im Web auf einen Raum, der statistisch anders funktioniert als der klassische Einzelhandel.

 

Was bedeutet das für Sie?

Wenn Sie ein Nischenprodukt anbieten war es bisher nicht wirklich möglich eine ausreichende Anzahl an Kunden zu erreichen. Geographische, zeitliche und logistische Faktoren haben dies verhindert. Im Zeitalter des Internets ist es möglich weltweit eine ganz spezielle Kundenschaft zu erreichen. Mit direktem Marketing und dem Aufbau einer Community durch Direktempfehlungen usw. kann man heute für beinahe jedes Nischenprodukt einen ausreichend grossen Markt finden.

 

Was verstehen wir unter einem Long Tail Konzept?

Unter dem Stichwort Long Tail, werden Sortimentskonzepte angesiedelt, die auf eine bestimmte Nische setzen, welche sich erst als Digitales Business im Internet lohnen.

Ein Long-Tail-Geschäftsmodell ändert den Fokus eines Angebots weg von wenigen Bestseller-Produkten sogenannten Blockbustern hin zu einer grossen Anzahl von Nischenprodukten. Wird jeweils eine kleine Menge der Nischenprodukte verkauft, ergibt das in der Summe trotzdem lukrative Umsätze. Der Anbieter stellt typischerweise die Plattform zur Verfügung und stellt den Vertriebskanal.

Unternehmen die das Long-Tail-Geschäftsmodell anwenden sind Ebay, Netflix, Amazon oder Booksondemand.

 

Beispiel

Wenn Sie zum Beispiel T-Shirts für Katzenliebhaber verkaufen wollen, dann wird das lokale Geschäft in Ihrer Stadt vermutlich zu wenig Interessenten für Ihr Nischenprodukt (T-Shirts für Katzenliebhaber) erreichen. Wenn Sie dieses Produkt in ein digitales Geschäftsmodell packen und online anbieten, wird der Verkauf und das Angebot nicht mehr geographisch begrenzt und es ist höchstwahrscheinlich, dass Sie eine Kundschaft von mehreren tausend Interessierten aufbauen können.

 

4. Open Business Model

Beim Open Business Model setzen Unternehmen auf Wertschöpfung durch Öffnung und Zusammenarbeit mit externen Partnern.

Unternehmen, die sich für das Open Business Model entscheiden, suchen stets neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Lieferanten, Kunden etc., um selbst stärker zu werden. Das heisst, einer der Hauptfaktoren in ihrer Wertschöpfung ist die Nutzung von externer digitaler Kompetenzen mithilfe von Synergien durch Partnerschaften.

 

Beispiel

Bei Veröffentlichung des Computerspiels – Half-Life – der Valve Corporation wurde gleichzeitig ein kostenfreies “Programm” herausgegeben. Damit konnten Half-Life-spielende Programmierer direkt neue Inhalte für das bestehende Spiel programmieren und es somit nach ihren Wünschen mitgestalten. Der Vorteil für die Valve Corporation: kostenlose Software-Entwicklung. Hier wird systematisch die digitale Kompetenz der Nutzer zur Mitwirkung gezogen.

 

Andere Firmen die auf das Open Business Model zurückgreifen:

Eli Lilly (Pharmaunternhmen), erstellten eine Plattform namens InnoCentive, auf der Wissenschaftler aus aller Welt aufgerufen werden, gegen Entlohnung zur Lösung aktueller Forschungsfragen der Firma beizutragen.

 

Vorteile des Open Business Models:

  • Kostenersparnisse durch Outsourcing
  • Neue Innovationen durch Zusammenarbeit mit Partnern

 

Nachteile:

  • Hoher Koordinationsaufwand
  • Es wird eine gewisse Offenlegung der sonst internen Firmenstrukturen benötigt

 

5. Predictive Business Model

Beim Predictive Business Model können durch Analyse von historischen Daten mit Hilfe von verschiedenen Algorithmen gewisse Aktionen vorhergesagt werden. Zum Beispiel können Wartungen oder Nachbestellungen rechtzeitig getätigt werden – noch ehe ein Defekt oder Leerstand auftritt.

 

Beispiel:

Reifenhersteller Continental, der eine Reifenplattform zur Ferndiagnose des Reifenzustands von Nutzfahrzeugen startet. Sensoren an den Pneus messen permanent verschiedene Werte, die Rückschlüsse auf den Reifenzustand zulassen, und übermitteln diese an die Plattform. Erreicht ein (oder mehrere) Parameter einen kritischen Wert, alarmiert das Unternehmenseigene Programm “ContiConnect” vorab definierte Empfänger, die darauf reagieren können und so dem akuten Schaden zuvorkommen. An ähnlichen Konzepten arbeiten derzeit auch andere Hersteller, darunter Goodyear und Pirelli.

 

6. Konsumbasierte Modelle (Pay-per-Use)

Beim Pay-Per-Use Model, spricht man von einer nutzungsabhängigen Vergütung.

Mit diesem Model spricht man vor allem die Kunden an, die ein hohes Mass an Flexibilität schätzen. Statt fixen Beträgen die man zahlen muss um ein Produkt unbegrenzt nutzen zu können, muss man immer nur dann zahlen wenn man auch etwas konsumiert oder nutzt. Zwar kommt einem Kunden das bei hohem Konsum oft teurer als eine Flatrate, doch wenn man ein Produkt nur sehr unregelmässig braucht lohnt sich ein Pay-Per-Use Model.

 

Beispiel

Car2Go: Nach einmaliger Anmeldung mit einer kleinen Gebühr kann man die Autos von Car2Go in jeder Stadt benutzen, zahlt aber für jeden Kilometer den man fährt. Der Vorteil dabei – wenn man nicht fährt zahlt man nichts.

 

7. Mitgliedschaften

Eine Mitgliedschaft darf nicht mit dem Subscription Model verwechselt werden. Die Idee hinter einer Mitgliedschaft ist meist, den Interessenten mit kostenlosen Content wie z.B. einem kostenlosen Newsletter mit informativen Inhalt für sich als Mitglied zu gewinnen. Hierbei muss die Mitgliedschaft nicht zwingend kostenpflichtig sein.

 

Beispiel

Das Hauptziel der Mitgliedschaft ist es den Kunden mit der Zeit zum Kauf eines Produktes zu animieren. Das kann z.B. das Abschliessen eines kostenpflichtigen Abo’s sein, der Verkauf eines physischen Artikels oder Ähnliches.

 

8. Peer to Peer

Beim Peer to Peer Model (Von Mensch zu Mensch) bieten Konsumenten anderen Konsumenten ihre Produkte an und nicht Unternehmen wie das normalerweise der Fall ist.

 

Beispiel

Das beste Beispiel für ein Peer to Peer Unternehmen ist Airbnb. Und das kennen nun wirklich alle.

 

9. Lock-In

Bei diesem Modell wird der Kunde durch Anreize dazu bewegt dem Unternehmen treu zu bleiben. Die Anreize bestehen meist aus einer Form von Bestrafung für fehlende Loyalität.

 

Beispiel

Nespresso – ist ein perfektes Beispiel für einen Lock In. Die Kunden kaufen eine Kaffeemaschine, welche mit Kaffee-Kapseln funktioniert. Jeder Anbieter stellt dabei unterschiedliche Kapseln her – die Kapseln von Tchibo passen also nicht in eine Nespresso-Maschine und visca versa. Damit haben die Kaffeeanbieter sozusagen ein Kaffee-Monopol gegenüber all den Nutzern ihrer Kaffeemaschinen. Das gibt ihnen die Möglichkeit die eigenen Preise zu erhöhen und die Kunden werden bis zu einem gewissen Niveau nicht abspringen – da sonst die teure Kaffeemaschine nicht mehr nutzbar wäre.

 

10. Rent instead of Buy

Beim Mietmodell, Rent Instead of Buy werden dem Kunden gegen einen Betrag zeitlich limitierte Nutzungsrechte gewährt. Hierbei handelt es sich um ein Modell, welches bei Immobilien allgegenwärtig ist, sich aber auch immer mehr in anderen Branchen durchsetzt.

 

Beispiel

Car2Go: Hier wird ein Auto nicht für jeden Einzelkunden jeweils einzeln hergestellt. Stattdessen machen viele Nutzer zeitlich gestaffelt davon Gebrauch.

 

Die Ökonomie der Aufmerksamkeit

Die Werbekosten auf Plattformen wie LinkedIn, Instagram oder Facebook steigen immer mehr. Der Digitale Wandel nimmt von Jahr zu Jahr zu. Somit können die genannten Plattformen Ihre Preise entsprechend erhöhen ohne einen Nachlass an Werbeanfragen zu erhalten.

In solchen Fällen wird einem klar, dass die neue Währung mittlerweile die Aufmerksamkeit ist. Diese wird je nach Plattform an den Followern, Likes oder Interaktionen mit den geposteten Beiträgen gemessen. Viele Prominente verdanken meist ihr hohes Einkommen nur der Aufmerksamkeit und Reichweite, die Sie auf verschiedenen Plattformen aufgebaut haben.

Je höher die Reichweite/Aufmerksamkeit, desto grösser die Interaktionen mit unseren Beiträgen, desto mehr potentielle Kunden können wir erreichen. Das schlechteste Produkt wird bei einer hohen Reichweite trotzdem Verkäufe erzielen. Dasselbe kann man auch andersrum sehen, ein geniales Produkt ohne Reichweite und Aufmerksamkeit wird sich kaum oder gar nicht verkaufen.

 

Wie gehe ich beim Start eines Digitalen Business vor?

Der wohl beste und einfachste Vorschlag:

Einen Experten oder eine spezialisierte Agentur beauftragen. Um schwarze Schafe vorab auszusortieren und kein Geld zu verbrennen, sollten Sie in jedem Fall Referenzen verlangen. Idealerweise buchen Sie einen Termin mit mir: www.roger.social.

 

Der Nachteil bei der Beauftragung:

Es entstehen Kosten, schliesslich muss die Agentur auch bezahlt werden.

 

Die Vorteile bei der Beauftragung eines Experten oder einer Agentur sprechen für sich:

Zeit + Geldersparnis. Sie können sich auf das Hauptgeschäft konzentrieren und das tun was Sie am Besten können.

 

Wie können Kosten als Nachteil und Geldersparnis als Vorteil zusammen genannt werden?

  • Die anfallenden Kosten, wenn man sich aus dem Tagesgeschäft raus nimmt und alles im Alleingang probiert zu bewerkstelligen sind meist höher und am Anfang nicht ersichtlich.
  • Kosten einer Agentur oder eines Experten für die Lösung des Problems sind sofort ersichtlich und können als Geschäftsausgabe deklariert werden.

Des weiteren verliert jedes Unternehmen, dass sich nicht mit der Digitalisierung beschäftigt (SEO, Online Shop Optimierung, Social Media Auftritt, etc.) jeden Tag Umsatz an die Konkurrenz.

Ich helfe gerne weiter – einfach unverbindlich anfragen.

 

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