Jeder der eine Website oder einen Social Media Kanal betreibt, kennt sie — die Suche nach guten Inhalten. Die Unsicherheit, ob das, was man produziert, wirklich interessant ist. Hochwertige Inhalte sind essenziell, um bekannt zu werden und zu bleiben. Aber wie kommt man regelmässig an hochwertige Inhalte? Wie und wo präsentiert man sie am besten? Zum Glück gibt es auf beide Fragen gute Antworten, die ich dir hier verraten werde.

Was zeichnet denn hochwertige Inhalte aus?

Guter Content …

… hilft und begeistert.

… löst Probleme, statt zu verkaufen.

… ist multimedial.

… kann leicht geteilt werden.

… schafft eine persönliche Verbindung.

… ist zu 90 % kostenlos — aber niemals umsonst.

… ist Evergreen, wird also mit der Zeit immer wertvoller.

Dafür gibt es das 5–3–2 System zur Content Erstellung

Das 5–3–2 System beantwortet die Frage, wie man zielgerichtet und regelmässig attraktive Inhalte erstellen kann. Es hilft, die verschiedenen Inhalte zu strukturieren und zu gewichten, um damit maximal bekannt und erfolgreich zu werden.

 

Dabei bezeichnen die Zahlen 5–3–2 die Anteile der verschiedenen Themen bei insgesamt 10 Inhalten.

5 Inhalte sollten dabei Traffic generieren, um die Reichweite zu steigern. 3 Branding Inhalte sind dafür da Vertrauen zu schaffen. Schliesslich bleiben noch 2 Inhalte für Kommerzielles, also um etwas zu verkaufen. Das bedeutet, dass 80 % deiner Inhalte nicht kommerziell belastet sein sollten. Niemand möchte seitenlange Werbung darüber lesen, wie toll etwas ist. Stattdessen sollte 50 % deines Contents auf deiner Website und Social Media wirklich hilfreich sein, denn das führt dazu, dass mehr Menschen sich mit dir und deinen Angeboten befassen. Der Branding Anteil ist ebenfalls nicht dazu da etwas zu verkaufen. Diese 30 % deiner Inhalte sollen ein Bewusstsein dafür schaffen, wer du bist und was du anbietest. Deine Leser sollen spüren, dass da jemand ist, der ihnen wirklich helfen möchte. Das schafft Vertrauen und Kundenbindung. Natürlich hast du letzten Endes auch das Ziel etwas zu verkaufen. Deshalb bleiben 20 % deiner Inhalte für kommerzielles reserviert. Gehen wir noch einmal genauer auf diese drei verschiedenen Arten von Inhalten ein.

Traffic Inhalte — Reichweite erhöhen.

Inhalte zur Erhöhung deiner Reichweite machen mit 50 % den grössten Teil deiner Social Media und Website Postings aus. Das ist auch gut so, denn sie dienen dazu potenzielle Kunden auf dich und dein Unternehmen aufmerksam zu machen. Mögliche Formate dafür sind zum Beispiel:

– Tipps und Tricks

– Fragen und Antworten (Q&A)

– Aktuelles

– Infos aus der Branche

– Allgemeine Informationen zu den Produkten (ohne direkt die eigenen Produkte zu bewerben).

– Allgemeine Vor- und Nachteile der Produkte oder Dienstleistungen

Diese Inhalte können beispielsweise als Slideshow oder Blogbeitrag aufbereitet werden. Doch wie kommt man auf passende Ideen, um mehr Traffic zu generieren? Glücklicherweise gibt es viele Tools für genau diesen Zweck:

www.alsoasked.com — kostenpflichtig, aber sehr hilfreich, da nicht nur angezeigt wird, welche Fragen gerade allgemein interessant sind, sondern auch, welche Fragen dahinter stecken.

www.answerthepublic.com

www.answersocrates.com

Neben diesen Tools bietet auch eine einfache Googlesuche die Möglichkeit an interessante Themen für Inhalte zu kommen. Wenn man bei Google etwas eingibt, erscheinen Vorschläge für “ähnliche Fragen”. Sie geben Hinweis darauf, was die Menschen aktuell besonders beschäftigt. Dabei spielt es keine Rolle, wenn es, bereits wenn es zu einem Thema schon Inhalte gibt. Egal für was du dich entscheidest, es geht immer darum deine persönliche Note einfliessen zu lassen, damit man sich an genau deine Inhalte erinnert.

Branding — Vertrauen und Bewusstsein schaffen.

Auch bei diesen Inhalten geht es nicht darum Werbung zu machen oder etwas Spezielles zu verkaufen. Wichtig ist also, nicht anzugeben oder hier etwas verkaufen zu wollen. Denn das könnte dazu führen, dass potenzielle Kunden direkt wieder verscheucht werden. Branding soll einen persönlichen Bezug zu dir und deinem Unternehmen herstellen. Damit etablierst du deine Marke, ohne dabei aufdringlich zu sein. Hier bieten sich zum Beispiel Studien, Labels oder Auszeichnungen an. Auch Empfehlungen von Google oder ProvenExpert sind optimal geeignet. Allgemein gilt, dass hier auch andere zu Wort kommen und sich positiv äussern sollten. Gute Möglichkeiten dazu sind Interviews mit Mitarbeitern oder Alumni etc., Bewertungen der Mitarbeiter (Team Testimonials) Kundenstimmen, Vorstellung des Teams.

Darüber hinaus kannst du über Qualitätsstandards und Erfolgstories sprechen. Zusammengefasst sind gute Ideen für Branding:

… Google Empfehlungen,

… ProvenExpert Empfehlungen,

… Feedbacks auf Social Media,

… Kundenstimmen (z. B. per E-Mail),

… Team Testimonials,

… Labels und Auszeichnungen,

… Studien,

… Qualitätsstandards,

… Erfolgsstories.

Commerce — Verkauf

Commerce Content sollte nur 20 % deiner Inhalte ausmachen. Diese Inhalte haben die Aufgabe, deine Produkte oder Dienstleistungen zu positionieren, und natürlich für sie werben. Hier machst du direkt auf deine Produkte aufmerksam und motivierst den Kunden zum Handeln. Du kannst also auch auf deine eigene Website verlinken. Ein paar geeignete Möglichkeiten Kunden an deine kostenpflichtigen Produkte und Services heranzuführen sind:

– kostenlose Testprodukte oder Testservices,

– kostenlose Erstberatungen,

– Webinare,

– eBooks und Whitepaper.

Umsetzung des 5–3–2 Systems

Der eigentliche Aufwand bei der Produktion von Inhalten liegt im Anfangen. Darum ist es sinnvoll, dem Prinzip vom Grossen ins Kleine zu folgen. Das bedeutet man produziert viel im Voraus und teilt hinterher in kleinere Content Snacks auf, die man einen nach dem anderen veröffentlicht. So muss man nicht immer wieder aufs Neue anfangen.

Ein Content Tag ermöglicht besonders effektive Vorarbeit. Betrachten wir das einmal am Beispiel Video Produktion. Ein Video zu drehen ist aufwendig. Man muss das Equipment einrichten, die Beleuchtung anpassen, den Text einsprechen und so weiter. Aber man kann mithilfe eines cleveren Konzepts vieles an einem Tag erledigen.

Wenn man weiss, dass man mehrere Videos benötigt, ist es sinnvoll ihren Dreh an einem Tag zusammenzulegen. So muss man den ganzen Aufbau nur einmal machen und nicht jeden Tag wieder von vorne anfangen. Da du mehrere kleine Häppchen posten möchtest, solltest du immer im Hinterkopf behalten, wie du aufteilen kannst, was du produzierst. Wenn du zum Beispiel ein Video in mehreren Kapiteln planst, solltest du direkt drei Videos hintereinander drehen, um Arbeit beim Schneiden zu sparen. Wenn es ans Veröffentlichen geht, hilft dir die Popcorn Methode, das Maximum aus deinen erstellten Inhalten rauszuholen.

Die Popcorn Methode

Die vorbereiteten Inhalte zu Traffic, Branding und Commerce sollen nun sinnvoll aufgeteilt und veröffentlicht werden. Das erreicht man, indem man jedem seiner Kanäle, zum Beispiel Facebook, LinkedIn und Instagram zwei bis drei fixe Wochentage zuteilt und jedem dieser Tage ein bestimmtes Thema. Beachte dabei aber immer die Gewichtung der Themen nach dem 5–3–2 System.

Bei der Aufteilung der Themen kannst du Commerce erst mal aussen vor lassen. Kommerzielle Inhalte fliessen entweder parallel oder als Shadow Post am Ende eines anderen Inhaltes ein. Am besten ist es, wenn du immer 10, 20 oder sogar 30 Inhalte die nach dem 5–3–2 System aufteilbar sind, vorproduzierst. Die kannst du dann in Form von Snacks nach und nach veröffentlichen.

Eine Powerpoint Präsentation mit 30 Slides kannst du zum Beispiel in drei mal zehn Slides aufteilen. Das hilft dir, so regelmässig und so häufig wie möglich etwas zu posten. Das ist wiederum wichtig, um nicht vergessen zu werden. Am wichtigsten ist es dranzubleiben — und zwar für mindestens acht bis zwölf Wochen am Stück. Plane am besten schon vier bis zwölf Wochen im Voraus, was du posten möchtest.

Der Popcorn-Gedanke

Das ist nicht schwer, wenn du dich an den Popcorn-Gedanken hältst: fixe Wochentage mit fixen Themen verbinden. Um das optimal zu managen, kannst du mit einem Tool wie Trello arbeiten. Hier hat man eine bestimmte Anzahl Karten, die durch Farben gekennzeichnet werden können. So hat man die Möglichkeit, schon während dem brainstormen alle Inhalte labeln und nach Thema zu sortieren.

Es ist auch nicht nötig, sich für jeden Post etwas ganz Neues auszudenken. Vieles kannst du nach 60 bis 90 Tagen leicht recyceln, dabei reicht meistens schon ein bisschen umschreiben. Eine weitere Möglichkeit, um dich zu entlasten ist, einfach mal andere Leute schreiben zu lassen. Wenn andere positiv über dich und dein Geschäft reden ist das die beste Werbung überhaupt, eben weil es nicht wie Werbung wirkt.

Dieses Vorgehen kannst du zum Beispiel als Account Take-Over realisieren. Das bedeutet Mitarbeiter oder Lernende übernehmen nach vorher festgelegten Spielregeln für eine Woche oder sogar einen Monat deinen Account auf einer bestimmten Plattform. Dabei ist es wichtig, die betreffende Person gut zu schulen und sich schon im Voraus gemeinsam auf Themen zu einigen. Beschränke solche Übernahmen unbedingt auf nur eine Plattform zur gleichen Zeit.

Du kannst auch Kunden einige Inhalte erstellen, und zum Beispiel mit einem bestimmten Hashtag kennzeichnen lassen. Um das zu fördern, kannst du dazu animieren, Bewertungen dazulassen, zum Beispiel, indem du QR Codes mit dem gewünschten Hashtag darunter an geeigneten Orten (zum Beispiel am Ausgang) aufhängst.

PS: Du brauchst ein digitales Geschäftsmodell: Denn es ist vollkommen egal, um welche Uhrzeit und mit wie vielen Hashtags du postest. Wichtig ist, dass du alles, was du aufbereitet hast, auch hochlädst und den Menschen damit vermittelst, dass du da bist und ihnen weiterhelfen kannst. Dafür solltest du dir aber eher Gedanken machen, wie Du diese kontinuierlich erreichst und abholst.